Gesucht: Halter von tauben Hunden, die neue Wege in der Kommunikation mit ihrem Hund gehen möchten!

Seit Jahren arbeiten wir sprachfrei in der Erziehung und Verhaltenstherapie mit Hunden und ihren Haltern, d.h. ohne Worte und unter bewusster Berücksichtigung und Nutzung unserer Körpersprache. Sprachliche Kommandos haben hier auch irgendwann wieder ihre Berechtigung und ihren Sinn, allerdings erst, wenn wir uns dem Hund auf seiner Ebene genähert und eine Basis mit ihm aufgebaut haben.

Wir möchten Sie im Rahmen dieses Projektes gerne auf eine Entdeckungsreise einladen, bei der jeder vom Anderen lernen kann und soll, bei der Erfahrungen ausgetauscht werden und die speziellen Bedürfnisse, die jedes Mensch-Hund-Team mit sich bringt, entdeckt, wertgeschätzt und neue Wege zu einem aufregendem Miteinander gefunden werden können.

Jeder einzelne Hund, ob taub oder hörend, blind oder auf eine andere Weise körperlich eingeschränkt, lehrt uns durch diese Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit und der Beziehung zu seinen Menschen so viel Neues und Wertvolles, dass solche Projekte sehr wichtig sind, um unseren Trainingsansatz weiterzuentwickeln.

Wir möchten Ihnen im Folgenden kurz erläutern, was wir unter Kommunikation, hier besonders unter der sprachfreien Kommunikation, mit dem Hund verstehen:

Der Hund teilt sich in einer anderen Form mit als wir Menschen, denn im Gegensatz zu uns ist er nicht sprachgesteuert, sondern kommuniziert hauptsächlich nonverbal über Blickkontakte und seine Köpersprache.

Diese aufregende Welt der sprachfreien Kommunikation gilt es wieder zu entdecken, denn unsere Erfahrung zeigt, dass wir in unserer hochzivilisierten, technischen und schnelllebigen Zeit oft verlernt haben, diese Form des Ausdrucks bewusst einzusetzen.

Sprachfreies Arbeiten nach unserer Philosophie bedeutet gleichsam, mit dem Hund auf eine sehr freie und beziehungsgestützte Art und Weise zu interagieren.

Oft haben wir in unseren Trainingseinheiten bemerkt, dass die Beziehungen von Menschen zu ihren Hunden auf einer rein theoretischen Ebene stattfinden, die geprägt ist von Techniken und reiner Kommandogebung. Dieses haben wir zum Anlass genommen, die verschiedenen Beziehungsebenen zu unseren Hunden genauer zu betrachten.

Auf dieser rein theoretischen Ebene bedeutet ein Kommando: "Ich sage Dir, was Du tun sollst, also tu es!"

Wie bringt man hier einem Hund das "Sitz" bei? Immer kräftig auf den Hintern drücken, dann tut er es irgendwann. Traurig, oder?

Unserer Meinung nach, hat diese Ebene nicht das Geringste mit guter und fairer Kommunikation zu tun, da hier nur einer, in diesem Fall der Mensch, seinen Willen und seine Bedüfnisse befriedigt.

Die nächste Stufe beruht auf Motivation, wie z.B. Beute, Sozialspiel, Futter etc. Auf dieser Stufe überlege ich mir als Mensch, was meinen Hund motivieren könnte, das von mir gewünschte Verhalten zu zeigen. Aber Vorsicht! Man kann sowohl positiv motivieren, wie in den oben angeführten Beispielen, als auch negativ, wie z.B. durch Angst, Meideverhalten, Entzug von Futter oder Sozialkontakt.

Wie sieht es hier mit dem Kommando "Sitz" aus? Positiv wäre es beispielsweise durch Zuhilfenahme von Leckerchen und Belohnung von richtigem Verhalten, negativ wäre eine andauernde "Korrektur" von angeblich "falschem Verhalten".

Dieses Miteinander kann, solange es über positive Motivation abläuft, für viele Menschen und ihre Hunde eine gute und angenehme Ausbildungsform darstellen. Nach unseren Erfahrungen kommen dennoch einige Mensch-Hund-Teams relativ schnell an ihre Grenzen und bleiben sehr unbefriedigt zurück.


Kann es sein, dass es da noch etwas anderes gibt?

Unserer Meinung nach JA, und das finden wir, wenn wir uns und unseren Hund als Team sehen, das etwas gemeinsam erreichen will und das auf der Grundlage eines wahren Austausches.

Dieser Austausch bedeutet etwas Wechselseitiges, das von allen Beteiligten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Miteinander erfordert. In eine gute Kommunikation dürfen beide Seiten ihre Bedürfnisse mit einfließen lassen und sich frei machen von Erwartungshaltungen an das Gegenüber.

Ein wichtiger Grundsatz unserer Arbeit ist:

"Vor der Erziehung kommt die Beziehung"

Kommandos brauchen erst eine vertrauensvolle und stabile Basis, auf der sie wachsen können. Nur so ist eigenständiges, freudiges und effektives Lernen möglich.

Wir lehren Sie diese Kommunikation mit Ihrem Hund, damit Sie sie leben können!


Warum nun also dieses Projekt?

Ein Grund, sprachfrei mit einem tauben Hund umzugehen, liegt wahrlich auf der Hand: taube Hunde können sich nicht an unseren Worten orientieren und sind somit nicht nur auf Gesten sondern vor allem auf eine eindeutige Körpersprache unsererseits angewiesen. Der Halter steht hier noch mehr in der Pflicht, auf seine Körpersprache zu achten und sie verständlich zu nutzen.

Unsere Erfahrung in verschhiedenen Workshops, Gruppenkursen und Einzelterminen hat gezeigt, dass taube Hunde noch stärker auf diese Art der Kommunikation reagieren.

Beispielsweise haben wir unserem hörenden Hund das Kommando "Komm" beigebracht. Wenn wir uns und unsere Mitmenschen einmal beobachten, beugen wir bei diesem Kommando unbewußt unseren Oberkörper oft ein wenig vor, als ob wir das Kommando damit noch bekräftigen wollten.

Unsere Worte sagen "Komm her zu mir"; unser Körper allerdings: "Bleib auf Abstand!".

Ein hörender Hund wird dennoch oftmals kommen, zumindest, wenn das Kommando richtig verknüpft worden ist. Ein tauber Hund sieht nur den vorgebeugten Oberkörper und reagiert auf das Signal "Abstand halten".

Ein tauber Hund besitzt alle Fähigkeiten, die er für eine Kommunikation nach außen braucht: die Rute, die Nase, die Augen, die Ohrstellungen, also seine gesamte Körpersprache.

Alleine wir Menschen als klar kommunizierendes Gegenüber fehlen meist. Ein Körper, der sich seiner bewusst ist, der sich anspannen und entspannen kann, ein Gesicht, das weich ist oder auch ernst, ein Körper, der in Bewegung ist und nicht nur steif in der Gegend rumsteht.

Dieses Projekt soll vor allem dazu dienen, unsere bereits gesammelten Erfahrungen mit tauben Hunden zu vertiefen, Ihnen in einem angenehmen Rahmen eine eindeutige Körpersprache für Ihren Hund zu vermitteln und gemeinsam eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, auf der Ihr tauber Hund lernt, sich auf Sie zu verlassen.

Auch unsere Ideen für einen neuen Trainingsansatz sollen hier Platz finden, und das alles im Rahmen eines vertrauensvollen Austausches mit Ihnen.

Die Durchführung ist je nach den Möglichkeiten der Teilnehmer als

  • Intensiv-Tage
  • wöchtenliches Training
  • Intensiv-Wochenende
  • Intensiv-Woche

geplant.

Es findet im Laufe des Projektes eine enge Zusammenarbeit mit uns unterstützenden Trainerkollegen, Tierärzten und Tierheilpraktikern statt.

Wollen Sie an diesem Projekt teilnehmen?

Nähere Informationen über den Inhalt und das Konzept erfahren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch, kontaktieren Sie uns hierzu bitte unter 02271 / 5678100 oder 0177 / 8991631, per E-Mail unter info@fellkunde.de oder über unser Kontaktformular.


Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse!

Ihr Fellkunde-Team

Eva und Carsten Payenberg